Heute wieder einmal ein Bericht aus dem täglichen Leben. Eine ganz besonders nette Erfolgsstory.

Vor einiger Zeit hat mich ein Therapeut um Hilfe gebeten. Er hatte eine Klientin, deren Symptome
 
sich trotz regelmäßiger Behandlung nicht verbessern wollten. Immer wieder größere und 

kleiner Beschwerden.



Da er mich und meine Arbeit über Jahre kannte, hat er der Dame vorgeschlagen,

 dass ich mir ihren Arbeitsplatz einmal besichtige.

Nachdem die Verzweiflung schon sehr groß war, hat sie eingewilligt, obwohl sie von 

Raumarbeit noch nie etwas gehört hatte.

Diese Klientin war seit 35 Jahren sehr zufrieden in einem Unternehmen tätig, 

in gehobener Position und sehr beliebt und anerkannt. Da sie ihre "Reputation" nicht 

gefährden wollte, hat sie mich gebeten, am Abend zu kommen. 

Sie wollte einfach nicht, dass in der Firma bekannt wurde, 

dass sie kränkelte, schwächelte, da sie ja eine Stütze im Unternehmen war.

Nachdem das Wohlbefinden des Klienten ganz wichtig ist, bin ich ihrem Wunsch gerne nachgekommen.



So haben wir uns nach Dienstschluss getroffen und ich habe
 
ihr Büro besichtigt.

Ein Blick hat gezeigt - eigentlich unlösbar. Nach jedem Lehrbuch auf jeden Fall.

Ein Durchgangszimmer, die Dame mit dem Rücken zur Türe, Lärm, eingebaute Möbel und
 
keine Chance beim Chef auf ein anderes Zimmer zu bestehen.

Also habe ich gemacht, was das einzige war, was ich tun konnte. Zuhören. 

Dass das Zimmer ihr Problem war, war eigentlich da für mich schon unwahrscheinlich. 

Sie ist Jahre dort problemlos und erfolgreich gesessen.


Während sie mir ihr Leid klagte wurde meine Aufmerksamkeit auf eine Clown Figur

 unter dem Tisch gelenkt. Je mehr sie sprach um so mehr hat mich die Figur beschäftigt....

Nun ist die wichtigste Regel eines Guides/Helfers Bewertungen zu lassen.

....."eine ältere Damen mit einer Clown Puppe! Im Büro! "....- solche Gedanken

 spart man sich besser.

Nach einer Weile habe ich sie kurz unterbrochen und gefragt, ob ich die Puppe 

wohl einmal ansehen dürfte. Nachdem sie mir die Erlaubnis erteilt hat, habe ich die 

Puppe neben ihrem Bildschirm platziert.


In der Sekunde war jegliche Anspannung bei dieser Frau weg und ein Strahlen hat ihr 

Gesicht überzogen. Sie hat in Ihre Tasche gegriffen und mir das Honorar gegeben.

Wortlos - nur fröhlich lächelnd.

Was war passiert?

Seit 4 Monaten hatte sie auf dem Schreibtisch gegenüber einen Kollegen bekommen.

Heute verstellen Monitore ja den Blick auf das gegenüber und behindern 

ein angenehmes Miteinander oft.

Nachdem sie kurz vor der Pension war, nicht mit Computern aufgewachsen ist 

und fast immer allein im Büro gesessen ist, war ihr der "unsichtbare" Kollege unheimlich. 

Es hat sie verunsichert, nicht zu sehen was er tut, macht,....

wie auch immer. 

Es steht mir nicht zu das abzutun.

Für sie war es so.


Wenn man so möchte, ist der Clown ihr Wächter geworden gegen das "Unsichtbare".

Selten ist mir ein Auftrag so vermeintlich unlösbar vorgekommen und noch seltener 

habe ich das Ergebnis der Arbeit so sichtbar erlebt.

Sie hat die restlichen eineinhalb Jahre im Unternehmen fröhlich und 

beschwerdefrei verbracht.

Danke für dieses Erlebnis von meiner Seite!

 

 

brigitta 

 

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